
Es war einmal, in einem kleinen, gemütlichen Haus am Rande des Kürbisfeldes, ein kleiner Junge namens Leo. Leo liebte Halloween über alles! Besonders mochte er es, Kürbisse zu schnitzen. Dieses Jahr hatte er einen besonders großen und runden Kürbis ausgewählt.
„Der wird der gruseligste und schönste Kürbis aller Zeiten!“, rief Leo begeistert seiner Katze Mimi zu, die auf der Fensterbank döste. Mimi blinzelte nur und schnurrte leise.
Leo schnitzte den Kürbis den ganzen Nachmittag lang. Er gab ihm dreieckige Augen, eine krumme Nase und einen breiten Grinsemund mit ganz vielen Zacken. Als die Sonne langsam unterging und der Himmel sich orange und lila färbte, stellte Leo eine kleine Kerze in seinen Kürbis.
„Perfekt!“, murmelte er und trug seinen Kürbis vorsichtig nach draußen, um ihn auf die Veranda zu stellen. Das Licht der Kerze tanzte und warf lustige Schatten.
Doch als Leo nach dem Abendessen wieder nach draußen ging, um seinen Kürbis zu bewundern… war er weg! Die Veranda war leer! Leo rieb sich die Augen. Hatte er sich geirrt? Nein, er war sich ganz sicher! Sein gruseliger Grinsekürbis war verschwunden!
Tränen stiegen Leo in die Augen. „Mimi! Mein Kürbis ist weg!“, rief er traurig. Mimi kam von drinnen und rieb sich schnurrend an seinen Beinen.
Plötzlich hörte Leo ein leises Flattern. Aus dem großen alten Baum im Garten kam eine kleine, braune Fledermaus geflogen. Sie kreiste einmal um Leos Kopf und landete dann auf einem Ast in seiner Nähe.
„Quietsch! Quietsch!“, machte die Fledermaus und wedelte mit ihren kleinen Flügeln. Sie schien Leo etwas sagen zu wollen.
„Du weißt, wo mein Kürbis ist?“, fragte Leo hoffnungsvoll. Die Fledermaus nickte mit ihrem kleinen Kopf und flog dann ein Stück weiter in Richtung des Kürbisfeldes.
Leo folgte ihr gespannt. Mimi schlich vorsichtig hinterher. Die Fledermaus führte sie tief ins Feld hinein, wo die Kürbisse im Mondlicht wie große orangefarbene Augen aussahen.
Dort, zwischen zwei besonders großen Kürbissen, stand Leos Kürbis! Aber er war nicht allein. Daneben saßen zwei kleine, zitternde Eichhörnchen, die sich an ihn kuschelten. Es war kalt geworden, und die Eichhörnchen hatten Leos Kürbis als kleines, warmes Versteck benutzt. Die Kerze im Inneren hatte sie gewärmt.
Leo lachte. „Ach, ihr seid das! Ihr habt euch wohl gefürchtet vor der Kälte.“
Die Eichhörnchen sahen Leo mit großen Augen an und huschten dann schnell davon, als sie sahen, dass er nicht böse war.
Leo nahm seinen Kürbis und drehte sich zu der Fledermaus um. „Vielen Dank, du kleine Heldin! Du hast meinen Kürbis gerettet!“
Die Fledermaus quietschte fröhlich und flog dann wieder zurück zu ihrem Baum.
Leo trug seinen Kürbis wieder zur Veranda. Er wusste, dass Halloween nicht nur gruselig sein musste, sondern auch eine Zeit sein konnte, in der man anderen hilft – egal ob Fledermaus, Eichhörnchen oder Mensch. Und von diesem Tag an war die kleine Fledermaus Leos bester Halloween-Freund.










