Das Rätsel um die verschwundenen Kamelle: Ein Kölner Karnevalskrimi für Kinder

Kapitel 1: Alarm in der Wagenbauhalle

Es war der Tag vor Weiberfastnacht. In Köln lag ein Prickeln in der Luft, das man fast greifen konnte. Die 10-jährige Lotte und ihr bester Freund Tarek standen in der riesigen Wagenbauhalle im Stadtteil Nippes. Überall roch es nach frischer Farbe, Kleister und süßen Bonbons.

„Guck mal, Tarek! Der Wagen vom Kinderdreigestirn ist fast fertig“, rief Lotte begeistert. Sie trug ihr rot-weiß gestreiftes Ringelshirt und eine glitzernde Pappnase. Tarek, verkleidet als Astronaut, nickte. Doch sein Blick fiel auf etwas Seltsames.

An der Stelle, wo eigentlich die riesigen Kisten mit den Kamelle (den Karnevalssüßigkeiten) stehen sollten, klaffte eine riesige Lücke. „Lotte…“, flüsterte er. „Die Bonbons. Sie sind weg!“

Kapitel 2: Die Detektive von der Domstadt

Lotte und Tarek waren nicht nur Karnevalsfans, sie waren die „Dom-Detektive“. Dass ausgerechnet vor dem großen Umzug die Süßigkeiten verschwanden, war eine Katastrophe. Ohne Kamelle kein „Strüßjer“ und kein „Alaaf!“.

„Wir müssen den Täter finden, bevor der Zoch losgeht“, entschied Lotte. Sie untersuchten den Boden. Zwischen buntem Konfetti entdeckten sie eine Spur: blaue Glitzerfäden und einen winzigen Abdruck, der aussah wie von einem Tanzschuh.

Die erste Spur:

  • Ort: Wagenbauhalle Nippes
  • Hinweis: Blaue Glitzerfäden
  • Verdacht: Jemand aus einer Tanzgarde?

Kapitel 3: Verdächtige im Gürzenich

Die Suche führte die beiden zum Gürzenich, dem berühmten Festsaal in der Kölner Altstadt. Dort probte gerade eine Kindertanzgruppe. Die Kostüme der Kinder leuchteten in allen Farben – auch in Blau.

„Entschuldigung“, sprach Tarek den Trainer an. „Haben Sie jemanden gesehen, der blaue Glitzerkostüme trägt und vielleicht… sehr viele Bonbons bei sich hatte?“ Der Trainer lachte. „Hier glitzert alles, Pänz! Aber schaut mal da hinten beim Brunnen. Da schleicht schon den ganzen Morgen ein Clown herum, der einen riesigen, schweren Sack schleppt.“

Kapitel 4: Verfolgungsjagd am Rhein

Lotte und Tarek rannten zum Rheinufer. Dort, im Schatten der Hohenzollernbrücke, sahen sie den Clown. Er war nicht bunt und lustig, sondern trug ein eher graues Kostüm mit – tatsächlich – blauen Glitzerborten. Er versuchte gerade, einen schweren Jutesack in ein kleines Boot zu hieven.

„Halt! Stehenbleiben! Im Namen des Karnevals!“, rief Lotte mutig. Der Clown erschrak so sehr, dass er stolperte. Der Sack riss auf und… statt Goldmünzen kullerten tausende Schokoladentafeln und Gummibärchen über das Pflaster.

Kapitel 5: Ein missverstandener Narr

Es stellte sich heraus: Der Clown war kein böser Dieb, sondern der alte Hausmeister der Halle, Herr Kölschi. Er sah sehr traurig aus. „Ich wollte sie doch nur retten“, schniefte er. „In der Halle gibt es Mäuse! Ich habe gesehen, wie sie an den Kisten geknabbert haben. Ich wollte die Kamelle nur an einen sicheren Ort bringen, damit die Kinder morgen nicht enttäuscht sind.“

Lotte und Tarek sahen sich an. „Aber Herr Kölschi, Sie hätten doch Bescheid sagen können! Wir dachten, es wäre ein Raub!“

Kapitel 6: Gemeinsam für den Zoch

Die Dom-Detektive halfen Herrn Kölschi, die Süßigkeiten in neue, mäusesichere Boxen umzufüllen. Als Belohnung durften sie am nächsten Tag auf dem Wagen mitfahren.

Als der Kölner Rosenmontagszug schließlich durch die Straßen rollte und tausende Menschen „Kamelle!“ riefen, warfen Lotte und Tarek die Süßigkeiten mit vollen Händen in die Menge. „Kölle Alaaf!“, schrien sie über den ganzen Neumarkt. Der Karneval war gerettet – und die Mäuse mussten sich mit ein paar Krümeln zufriedengeben.


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